Ein Blick über den eigenen goldenen Tellerrand #bloggerfuerfluechtlinge

Ich bin vor nicht ganz 50 Jahre geboren und auch wenn ich mich (meistens) viel jünger fühle, so ist diese Zahl doch irgendwie beeindruckend. Ein halbes Jahrhundert und ein Leben, das für mich zwar was besonderes, aber eben doch nur eines von vielen ist. Ich gehöre zu den sogenannten geburtenstarken Jahrgängen. Um mich herum überschreiten gerade sehr viele diese Schwelle, die einem das Gefühl gibt,  doch langsam alt zu werden. Aber sie erlaubt auch gerade jetzt, wo so viele Menschen nach Deutschland kommen, um Schutz zu suchen, mal den kleinen Hinweis, dass bei uns seit mehr als 50 Jahren Frieden herrscht. Es mag banal klingen, weil sich ja kaum noch einer vorstellen kann, was Krieg eigentlich bedeutet. Krieg findet für uns in Filmen statt oder mal in einem Buch, aber selbst wenn es sich um eine Dokumentation handelt, so ist es doch so weit weg von uns, dass es uns meistens nur in dem Moment berührt und wenig Nachhall bleibt. Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, schleppen Erinnerungen mit sich herum an Dinge, die keiner von uns erleben möchte. Ich fürchte, dass selbst denjenigen, die schon immer geholfen und viele furchtbare Geschichten gehört haben, zu vielen dieser Erlebnisse zum Glück die Fantasie fehlt.

Wenn ich nun an die Ereignisse von Heidenau denke und mir dazu auch noch die Bilder von Rostock-Lichtenhagen von 1992 in den Sinn kommen, frage ich mich schon, in was für einem Land ich lebe, in dem es immer noch so viele Unbelehrbare gibt, die einfach gar nichts mehr merken. Und ich frage mich auch, was für ein Leben diese Menschen führen, deren Energie für so vieles nicht zu reichen scheint, aber dann für Krawall, rassistische Hetze und Angriffe auf Menschen, die ihnen nicht das geringste getan haben und alles andere als eine Gefahr für sie darstellen.

Mir ist schon klar, dass in auch in Deutschland nicht alle das erreichen, was sie sich wünschen. Aber es geht nun mal gerade darum, einen Schritt neben sich zu machen und mal richtig hinzuschauen. Da kommen Menschen, die alles verloren haben oder aus guten Gründen alles aufgegeben haben. Menschen, die vielleicht schon seit Monaten nicht mehr ruhig schlafen können. Menschen, die furchtbare Dinge gesehen oder selbst erlebt haben. Und dann kommen sie bei uns an und müssen erleben, dass sie immer noch nicht in Sicherheit sind. Denn egal was sie erwarten und egal was hier bei uns der einzelne zu geben bereit ist, eines sollten diese Menschen hier finden können: ein friedliches Miteinander und einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen können.

Dass es noch mehr als das braucht, ist allerdings auch nicht von der Hand zu weisen, deshalb unterstützt die Aktion #bloggerfuerfluechtlinge, die von den Buch-, Politik- und Foodbloggern Karla Paul, Nico Lumma, Stevan Paul und Initiator Paul Huizing ins Leben gerufen wurde. Spendet  bei Betterplace und verbreitet diese wichtige Aktion bitte. Nutzt dazu auch das Logo von Bea und Desi von TOLLABEA, das ausdrücklich für diese Aktion dazu erstellt und freigegeben wurde – vielen Dank dafür!

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