Von den Hamburger Bloggern wurde zu einer Blogparade zum Thema Immobilien aufgerufen und da ich an so etwas noch nie teilgenommen habe, dachte ich mir, warum soll dies nicht meine erste sein. Mehr dazu beim Initiator des Ganzen
und der Firma Hausmann, die das Projekt veranstaltet.

Ein Dach über dem Kopf zu haben, ist wohl mit das Wichtigste im Leben und so wie Menschen kommen und gehen, geht es einem ja auch mit den Behausungen. Häuser und Wohnungen sind ja schon so etwas wie Lebensabschnittsbegleiter, die man zwar größtenteils freiwillig wählt, denen man aber doch häufig ganz schön hinterher rennen muss. Aber wenn es einen erwischt, dann kann es ganz schön weh tun, wenn die Liebe nicht erwidert wird.

Das erste Zuhause bei den Eltern – möglicherweise auch mehrere, die man mit ihnen teilt – ist natürlich noch fremd bestimmt und entspricht äußerst selten den späteren Wünschen und Bedürfnissen, aber ohne Vergleiche kommt man damit erst mal ganz gut zurecht. Spätestens mit dem Schulbeginn ändert sich dies jedoch, wenn man Freundinnen besucht und in diese andere Reiche gelangt, die häufig so ganz anders sind, als der Ort, den man Zuhause nennt. Meine erste „beste“ Freundin wohnte in einem relativ kleinen Haus auf einem großen Grundstück, auf dem sich auch ein Teich befand. Wir Kinder hatten dort viel Spaß. Sie hatte zwar ein eigenes Zimmer, aber das war viel kleiner als meines. Dennoch fand ich dieses im Vergleich zu unserem wirklich winzige Haus super gemütlich und liebte es, dort bei ihr unter dem Dach zu übernachten. Da sie aber noch weitere Geschwister bekam, beschlossen ihre Eltern irgendwann anzubauen. In diesem neuen Teil des Hauses bekam sie ein in meinen Augen riesiges neues Zimmer, in dem dann auch endlich Platz für ihre ganzen Spielsachen war. In diesem Teil des Hauses befand sich dann auch das neue Wohnzimmer, das deutlich repräsentativer war als das alte. Doch obwohl alles so schön neu war, fanden die Mahlzeiten weiterhin im alten Teil des Hauses statt, wo wir in großer, gemütlicher Runde um den Tisch sitzen konnten. Ich glaube, so richtig trennen mochte sich keiner aus der Familie von dieser zwar engen, aber sehr kuscheligen Atmosphäre. Auch später beeindruckte mich Gemütlichkeit und die warme Ausstrahlung eines Zuhauses deutlich mehr als Größe.

Ich zog mit 19 in meine erstes eigene Bleibe. Es war ein möbliertes Zimmer, zu dem Küche und Bad gehörten, die ich mit einem anderen Untermieter teilen musste. Lange habe ich es da nicht ausgehalten und bin in eine WG gezogen. Das war dann schon eher ein richtiges Zuhause, zumal der Kontakt zur Nachbarschaft im Haus auch richtig gut war. Ein weiterer wichtiger Aspekt neben der Gemütlichkeit: Wärme durch menschliche Nähe. Aber irgendwann, nach einer weiteren Zwischenstation sollte es dann doch eine eigene Wohnung sein. Hier wollte ich das erste Mal mein eigenes Reich schaffen. Es war eine kleine Einzimmerwohnung mit schöner Küche und einem sich daran anschließenden Wintergarten. Nicht mehr mit einer anderen Person zusammen zu wohnen hatte Vor- und Nachteile, aber aus meiner Sicht überwogen für eine ganze Weile die Vorteile. Und so wohnte ich dort auch zunächst die längste Zeit seit dem ich von zu Hause ausgezogen war.

Die nächste Wohnung war dann die erste, die ich mit einem Partner bezog. Das dort gemeinsam entwickelte Konzept des Zusammenwohnens ist noch immer das, was ich bevorzuge. Und das bedeutet vor allem, dass jeder ein eigenes Zimmer hat. So ein Ort, den jeder nach seinen Vorlieben gestalten kann. Wo nicht über Ordnung oder Unordnung diskutiert wird, Oder Über Sauberkeit. Ein Raum, der so aussieht, wie man es mag. Heute ernte ich seltsame Blicke, wenn ich diesen Wunsch äußere. Dürfen nur Kinder und Erwachsene, die NICHT mit ihrem Partner zusammen leben, ein eigenes Zimmer haben?

Auf diese Wohnung folgte wiederum nach einer Zwischenstation in Form einer 2er-WG meine erste große Liebe, was eine Wohnung angeht. Es traf mich sofort, als ich den zugegebenermaßen winzigen Vorraum betrat. Ein kleiner Blick nur in die Runde zu Küche, Wohn- und Schlafzimmer sowie einem wunderbar hellen Bad mit Badewanne und ich war verloren. Und ich hatte Glück – sie wurde mein neues Reich in einer noch fast neuen Stadt und blieb es für viele, viele Jahre. Und ja, ich trauere ihr immer noch ein wenig nach. Wie das so ist mit der ersten echten Liebe. Die Trennung geschah aus Vernunftgründen und die neue traf mich nicht so ins Herz. Und das merke ich noch heute, auch wenn ich ihr noch treu bleibe. Aus diesem Grund weiß ich auch, egal wohin es mich als nächstes verschlägt, es muss wie damals sein. Ich muss hören, wie sie mit mir spricht und sagt: „Hey! Endlich bist Du Zuhause. Ich habe schon so lange auf Dich gewartet.“

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3 Gedanken zu “Ein Dach über dem Kopf braucht jeder ODER Lebensabschnittsbegleiter der anderen Art

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